Einfluss eines Eisbergs auf Kaiserpinguine
Kaiserpinguine (Aptenodytes forsteri) sind bekannt für ihre Anpassungsfähigkeit an extreme antarktische Bedingungen. Sie überstehen eisige Temperaturen, lange Dunkelheit und weite Wanderungen über das Meereis. Für den Bruterfolg sind zwei Faktoren entscheidend: stabiler Meereisuntergrund für die Aufzucht der Küken sowie ungehinderter Zugang zum offenen Meer, um Nahrung zu beschaffen.
Im Jahr 2025 stellte sich jedoch ein ungewöhnliches Hindernis auf der Coulman-Insel heraus. Ein fast 14 Kilometer langer Eisberg setzte sich Ende Juli wenige Kilometer nördlich der Kaiserpinguin-Kolonie am Meeresboden fest. Diese Entwicklung fiel genau in die kritische Brutzeit, da in diesem Zeitraum frisch geschlüpfte Küken besonders auf regelmäßige Fütterungsrunden ihrer Eltern angewiesen sind.
Verlängerter Weg zur Nahrung
Nach Untersuchungen eines südkoreanischen Forscherteams um Jeong-Hoon Kim vom Koreanischen Polarforschungsinstitut verlängerte sich durch den Eisberg der Weg zum offenen Meer von etwa 9 auf fast 15 Kilometer. Die ungewöhnliche Form des Eisbergs erschwerte die Passage: Die dem offenen Meer zugewandte Seite war flach abfallend, während zur Kolonie hin eine mehr als 20 Meter hohe Eiswand das Durchkommen stark erschwerte.
Obwohl ein schmaler Durchgang offen blieb, war dieser vermutlich schwer zu finden, weshalb die Pinguine größere Umwege in Kauf nehmen mussten. Diese zusätzlichen Belastungen können besonders in der empfindlichen Phase nach dem Schlüpfen gravierende Auswirkungen auf die Versorgung und das Überleben der Jungtiere haben.





