Gedenkfeiern zum 15. Jahrestag der Anschläge in Norwegen
In Norwegen haben am Morgen des 22. Juli 2026 die Gedenkveranstaltungen zum 15. Jahrestag der rechtsextremistisch motivierten Terroranschläge in Oslo und auf der Insel Utøya begonnen. Bei diesen Angriffen kamen 77 Menschen ums Leben. An der Gedenkstätte im Regierungsviertel der Hauptstadt wurden die Namen der Opfer verlesen. Wichtige Vertreter wie Ministerpräsident Jonas Gahr Støre und Gaute Børstad Skjervø, der Vorsitzende der Jugendorganisation der norwegischen Sozialdemokraten (AUF), legten Kränze nieder.
Der Gedenkgottesdienst in der Domkirche wurde von König Harald V. und Königin Sonja besucht. Skjervø, selbst Überlebender des Massakers auf Utøya, sprach von der anhaltenden Trauer in Norwegen: "Viele wissen, dass unsere Kinder getötet wurden, doch niemand kann die Trauer der Hinterbliebenen wirklich verstehen." Zudem kritisierte er den Hass, der Überlebenden in sozialen Netzwerken entgegenschlage.
Appell zur Offenheit und Aufklärung durch den Ministerpräsidenten
Ministerpräsident Støre betonte die Bedeutung einer offenen und ehrlichen Auseinandersetzung mit den Anschlägen: "Es ist wichtig, über die Geschehnisse, die Motive des Täters, seine Herkunft und die Auswirkungen von Rechtsextremismus, Hass und Verachtung der Demokratie zu sprechen." Er warnte vor Desinformation und Verschwörungserzählungen, die etwa behaupten, die Anschläge seien inszeniert worden.


